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Das Jahresrad: Mit viel Zucker und Farbe

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Wie kam ich dazu

Gleich zu Beginn meiner Karriere als Hexe (ja, ich bin ein Mann und Nein, es heißt nicht Hexer), habe ich mir Tarotkarten (Rider-Waite) zugelegt. Warum weiß ich nicht mehr, aber ich vermute, weil es das Klischee so verlangt hat. „Zukunftsinteressiert“ bin ich aber schon immer gewesen. Schnell ist mir klar geworden, dass ich meine Legungen dokumentieren musste um die getroffenen Vorhersagen zu verifizieren. Ich bin der Meinung, einer der Grundlagen, wenn man magisch arbeitet ist (und Kartenlegen gehört da mit dazu), Dinge objektivieren zu können um nicht irgendwann „abzuheben“. Tadaa! Mein Orakel-Grimoire war geboren. Darin dokumentiere ich bis heute meine Orakel-Sessions.

Ebenso am Beginn meiner Laufbahn verliebte ich mich und fand Anschluss an den hiesigen Hexen-, Heiden und Magiestammtisch (meinen Eintritt in die magische Gemeinschaft könnte man als explosiv bezeichnen). Die ersten Seiten meines Orakel-Grimoires lesen sich wie eine Seifenopfer – zu meiner Verteidigung, ich war damals Anfang 20. Mein erstes Gemeinschaftsritual erlebte ich im Rahmen eines Jahreskreisfests, Nachts und verbotenerweise im Wald (weil städtisches Naherholungsgebiet). Es war die Zeit rund um Helloween, der Opferkuchen bestand hauptsächlich aus Zucker und Lebensmittelfarbe und alles war total aufregend … und MAGISCH. Ich wusste: Das ist meins!

Seit dem feiere ich Jahreskreisfeste und seit dem lege ich mir jedes Jahr um die Zeit mein Jahresrad. Mein Leben war und ist stets Abwechslungsreich und somit verliefen die Phasen des Kartenlegens mal schwächer und mal intensiver. Aber ich habe es tatsächlich geschafft, 15 Jahre lang, ohne Unterbrechung rund um Helloween das Jahresrad zu legen – gelegentlich auch für Andere. Meine Technik habe ich über die Jahre weiter entwickelt und eine Menge Erfahrungen sammeln können.

Was bringts?

  • Das Jahresrad ist ein Grundgerüst zur Selbstreflektion. Man wird über das Jahr hinweg an die eignen persönlichen „Baustellen“ erinnert.
  • Es kann als Basis zum Führen eines Tagebuchs herangezogen werden.
  • Es kann als emotionale Stütze in schwierigen Zeiten dienen.
  • Es bietet Orientierung, indem es sowohl eine Rückschau, als auch eine Vorschau beinhaltet.
  • Man kann monatliche Passwörter daraus generieren.

Was kann es nicht?

Dir exakt die Zukunft voraus sagen. Aber das sollte Dir als reflektierter Mensch ohnehin klar sein.
Wenn ich das Jahresrad lege, und wenn man sich das neue Jahr als ein riesiges Plakat aus Papier vorstellt, dann falte ich dieses Plakat so klein, dass es auf 12 Orakelkarten passt. Der Ausschnitt den man dann sehen kann, wird so klein, dass nur der wichtigste Aspekt zu sehen ist. Diesen Aspekt verpacke ich dann in Deutung, die dann im richtigen Moment eine hilfreiche Botschaft bereit hält.

Wie sieht das aus?

In Wirklichkeit lege ich nacheinander zwei Kreise zu jeweils 12 Karten. Der erste Kreis beinhaltet für jedes Monat eine Karte und bildet somit Ereignisse ab. Soweit, so simpel.
Weil aus den Monatskarten nicht abgeleitet werden kann, vor welchen persönlichen Entwicklungen und Herausforderungen eine Person steht, habe ich aus der Astrologie das System der 12 Häuser entlehnt. Der zweiten Kreis ermöglicht es mir also, Jahresthemen und deren Zusammenhänge zu erkennen.

Was macht das Orakel zum roten Raben damit?

Am letzten Orakeltag des laufenden Monats, wird es immer eine Monatsvorschau geben. Diese Monatsvorschau wird aus drei Karten bestehen:
Die erste Karte kommt aus dem aktuellen Jahresrad, die zweite Karte bestimmt das kommende Monat und die dritte Karte ist nur dabei, weil Druiden auf Dreier stehen (ich fühle mich als Druide). Die zweite Karte, also die gegenwärtige Monatskarte, wirft ein Schlaglicht auf alle Orakelsprüche, die im Dreitagesrhythmus im Orakel zum roten Raben erscheinen. Sowas macht uns Kartenlegerinnen und Orakeldeuter am meisten Spaß: Aspektieren und Kontextuieren.

By JamesVermont
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Über den Autor

JamesVermont aus Klagenfurt am Wörthersee ist Gestalter, Autor, Trommler und Vater 2er Kinder.

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